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Montag, den 20. Februar 2012 um 06:00 Uhr |
Bad Zwesten/Bad Widungen. Mit einem weiteren eintägigen Warnstreik reagieren die Beschäftigten der Wicker-Kliniken am heutigen Montag mit Beginn der Frühschicht auf die andauernde Weigerung ihres Arbeitgebers zeitnahe Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di aufzunehmen. In der Wicker-Kliniken in Bad Wildungen sowie der Neurologischen Akutklinik und der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten werden am Montag nur Notdienstarbeiten stattfinden. Behandlungen werden ausfallen und das Angebot der Kliniken ist deutlich eingeschränkt.
Erst vor wenigen Tagen hat der Wicker-Konzern Kündigungsdrohungen (wir berichteten) sowie eine Abmahnung gegen Streikende ausgesprochen. „Einerseits verweigert Wicker Verhandlungen, andererseits versucht der Arbeitgeber nun auch noch die Beschäftigten an der Ausübung ihrer Grundrechte zu hindern“, erklärt Fabian Rehm, ver.di-Verhandlungsführer für Wicker. „Wir verurteilen das Verhalten von Wicker aufs Schärfste und fordern die umgehende Einstellung aller Drohungen. Die Einschüchterungsmaßnahmen stärken nur die Bereitschaft der Beschäftigten sich an Streikmaßnahmen zu beteiligen.“
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach Aufnahme von Tarifverhandlungen. Das branchenübliche Niveau wird in den Wicker-Kliniken deutlich unterschritten: Eine Krankenschwester verdient bis zu 10.000 € weniger als in vergleichbaren Kliniken. Gleichzeitig hat der Konzern für die Ärztinnen und Ärzte einen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund abgeschlossen.
Die Gewerkschaft ver.di fordert die sofortige Aufnahme von Tarifverhandlungen. Dies lehnt die Konzernleitung bisher jedoch noch ab, so dass in einzelnen Kliniken weitere Warnstreiks stattfinden, wie zuletzt am 17. Februar in Bad Homburger Wirbelsäulenklinik. „Wenn der Konzern nach wie vor Tarifverhandlungen verweigert, kann es jeden Tag zu neuen Warnstreiks kommen“, erklärt Rehm. „Wir stehen für Verhandlungen bereit und erwarten dies auch von Wicker.“ (pm) |