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Freitag, den 17. Februar 2012 um 09:45 Uhr |
Frankfurt. Vorfeld-Beschäftigte streiken, Passagiere fliegen: Auf diesen überspitzten Nenner bringt es der Krisenstab am Frankfurter Flughafen. Ganz falsch liegt Fachgruppe "Emergency&Information" nicht, in der Vertreter der Polizei, der Airlines und des Flughafenbetreibers Fraport bei besonderen Lagen zusammenkommen. Trotz des Streiks von knapp 200 Beschäftigten auf und am Rollfeld nimmt der Betrieb im Flughafen fast seinen gewohnten Gang.
Zwar streichen die Airlines am Freitag, dem zweiten Streiktag, rund 280 von 1.300 geplanten Flügen, Chaos stellt sich jedoch nicht ein. Zuvor besonders geschultes, neues Fraport-Personal hat seit Donnerstag auf dem Vorfeld die Aufsicht und die Follow-Me-Fahrten übernommen. "Es gab bei uns schon bisher Mitarbeiter, die auch für Sicherheitsaufgaben auf dem Rollfeld und vor den Parkpositionen ausgebildet sind", sagt ein Betriebsratsmitglied.
Die "Lernkurve" dieser Mitarbeiter zeige steil nach oben, hat Peter Schmitz vom Fraport-Vorstand bereits am Donnerstag bilanziert. Auch einen Tag später sind die gelb-schwarz markierten Orientierungsautos überall auf dem Vorfeld unterwegs.
GdF zeigt sich mit Streikbilanz zufrieden
Weniger zufrieden mit der Situation dürfte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sein, die mit dem Arbeitskampf ihren drastischen Lohnforderungen im Tarifstreit mit Fraport Nachdruck verleihen will. GdF-Vorstandsmitglied Markus Siebers zieht gleichwohl eine positive Zwischenbilanz. Alle Kollegen seien dem Aufruf gefolgt, keiner sei während des siebenstündigen Streiks am Donnerstag ausgeschert. Ziel sei nicht, den Flughafen komplett lahmzulegen. Die GdF vertritt nach eigenen Angaben rund 185 der 200 Vorfeld-Beschäftigten.
Über die Hintergründe ihrer Aktion klärt die GdF die Passagiere am zweiten Streiktag so wenig auf wie am ersten. Besser als noch am Donnerstag funktioniert aber die Kommunikation zwischen den Fluggesellschaften und ihren meist auf innereuropäischen Verbindungen betroffenen Kunden. Hilflos gestrandete Reisende sind in den Terminals kaum noch zu entdecken. Viele Airlines habe außerdem Zugtickets für ihre Passagiere gebucht.
"Lufthansa nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand"
Einige Flieger heben am Freitag sogar ab, obwohl sie zuvor auf der Steichliste gestanden haben. Offensichtlich ist die Lernkurve der Ersatzleute weiter gestiegen. Viel dazugelernt, sagt ein Mitglied des Krisenstabs, habe auch die Lufthansa. "Früher wollten die in solchen Situationen oft mit dem Kopf durch die Wand. Heute streichen sie rechtzeitig Flüge." Das erspare den Kunden Ungewissheit und Wartezeiten. "Gleichzeitig buchen sie beizeiten Passagiere auf andere Flüge um. Die sind dann eben voller."
Rund 55 Prozent aller Starts und Landungen auf dem Frankfurter Flughafen sind Lufthansa-Flüge. Kunden des deutschen Unternehmens können am Freitag zwar nicht mehr stündlich nach London oder Berlin abheben, aber meist noch alle zwei bis drei Stunden, wenn auch in voll besetzten Maschinen. Es sei denkbar, "dass kein Flieger mehr an seine Position kommen wird", hat GdF-Vorstandsmitglied Siebers vor Streikbeginn gesagt. Doch der Flughafen-GAU bleibt aus.
Kommende Woche könnte der Streik allerdings noch heftiger werden. Siebers droht: Wenn es zu keiner Einigung kommt, gebe es bei Länge und Taktung noch Luft nach oben. (Stefan Höhle/dapd-hes) |
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. Februar 2012 um 15:18 Uhr |