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Montag, den 30. November 2009 um 12:02 Uhr |
Kasseler „Bruder Arkadius“ starb 1945 in Manila
Kassel. Pfarrer Stefan Krönung hat am 1. Advent, dem Beginn des Kirchenjahres, für 2010 das „Arkadiusjahr“ ausgerufen. Bruder Arkadius Maria (Wilhelm) Spieker FSC, wurde am 10. November 1910 in Rothenditmold als Eisenbahnersohn geboren und am 13. November 1910 in der Pfarrkirche St. Joseph katholisch getauft. Der Schulbruder wurde als Zeuge seines Glaubens am 12. Februar 1945 Opfer eines Massakers in Manila/Philippinen. Bruder Arkadius starb nach seinem Todeskampf zwischen dem 12. und 15. Februar 1945 an den Folgen dieses Massakers. Er betete für seine Peiniger.
65 Jahre später reist der Fuldaer Domkapitular i.R., Prälat Alois Lang, in den nächsten Tagen nach Manila, in die Stadt, in der Bruder Arkadius mit seinen Gefährten seit mehr als sechs Jahrzehnten begraben liegt. Prälat Lang begleitet die Ärztin Dr. Angelika Schultze auf humanitärer Mission. Für Pfarrer Stefan Krönung ist das Anlass, um mit dem Erinnerungsjahr auch auf die vielen Jungen und Mädchen, die heute auf den Müllbergen der philippinischen Hauptstadt Manila leben und die dringend Hilfe brauchen, aufmerksam zu machen. Prälat Alois Lang, der das Engagement der Ärztin aus dem Fuldaer Land fördert, wird sie am 6. Dezember zum zweiten Mal auf die Philippinen begleiten. Dort will er Schultze wieder beim Verteilen von gespendeten Hilfsgütern unterstützen, die sie und ihr Team per Schiff nach Manila geschickt haben. "So großes Elend wie dort habe ich noch nirgends gesehen", berichtete Lang vor der Abreise. Mit seiner Arbeit auf den Philippinen unterstützt das Team Projekte der Erda-Foundation des Jesuiten-Professors Pierre Tritz (95). "Dadurch hat der Jesuitenpater bereits mehr als 200.000 Kindern von den Müllbergen, von der Straße und aus anderen Elendssituationen eine Ausbildung ermöglicht, sowie für ihre Gesundheit Sorge getragen", betont Lang. Er freut sich darüber, dass bei dem jüngsten Hilfsgütertransport 70 große Kartons verschifft worden seien. Pfarrer Krönung ruft die Bevölkerung auf, die Menschen auf den Philippinen zu unterstützen. Spenden für die Kinderhilfe auf den Philippinen und die Arbeit von Dr. Schultze nimmt die Kirchengemeinde St. Joseph entgegen. Spendenkonto 1986, Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53. (wer) Hintergrund: Bruder Arkadius Spieker, geboren 1910 in Kassel-Rothenditmold, trat bei den Christlichen Schulbrüdern (englisch: De La Salle Christian Brothers) ein. Zunächst war er in Singapur, 1939 kam er nach Manila. Er war Lehrer am De La Salle-College (heute De la Salle University) der philippinischen Hauptstadt. Am 12. Februar 1945 starb er auf dem Gelände des College. Mit 15 weiteren Brüdern sowie Familien suchte er Zuflucht in der Kapelle des Colleges. Soldaten der japanischen Besatzungsarmee töten die Brüder und die Familien. Mit ihnen starben beim „Massaker von Manila“ 100 000 Bewohner der philippinischen Hauptstadt. Hintergrund der Bluttat: Die Amerikaner rückten damals auf Manila vor und wurden dabei von philippinischen Untergrundkämpfern unterstützt. Als Reaktion ließen die japanischen Befehlshaber willkürlich 100 000 Menschen in Manila ermorden. Einer von ihnen war Bruder Arkadius. Der damalige Präsident des De La Salle College war der Ire Egbert Xavier. Er wurde von den Japanern am 12. Februar verschleppt und danach nicht mehr gesehen. Zur Erinnerung an die 17 Toten der Schulbrüder am 12. Februars 1945 wurde an der Hauptkapelle (Main Chapel) der De La Salle University eine Gedenktafel aus Marmor angebracht. Die De La Salle University ist eine der renommiertesten Hochschulen der Philippinen in katholischer Trägerschaft. Der Hochschulcampus befindet sich in 2401 Taft Avenue im Stadtteil Malate. Taft Avenue ist eine der Hauptverkehrsachsen (Nord-Süd) Manilas. Über der Straße verkehrt die Hochbahn LRT. Der nächste LRT-Haltepunkt ist die Station „Vito Cruz“. |